Man sollte sich zunächst von allem Mystischen verabschieden, das meist den fernöstlichen Kampfsportarten anhaftet. Grundsätzlich geht es um das sportliche Obsiegen oder Unterliegen. Wie bei jeder anderen Sportart gelten dabei Regeln, die es einzuhalten gilt.

Judo bedeutet übersetzt „sanfter Weg“ ( ju „sanft, edel“, do „Weg, Prinzip“) und ist eine japanische Kampfsportart, welche von Prof. Jigoro Kano begründet wurde. Das heutige Judo entwickelte sich aus den alten japanischen Kriegskünsten der Samurai. Kano entfernte jedoch gefährliche Techniken, um ein effektiveres Training mit dem Partner zu ermöglichen. Ebenso legte Kano Wert auf die Prinzipien, die durch das Judo vermittelt werden sollen:

  • Siegen durch Nachgeben
  • Gegenseitige Hilfe zum beiderseitigen Wohlergehen
  • Bester Einsatz von Körper und Geist

Besonderheiten des Judos sind, dass es durch seine große Anzahl an Techniken sehr vielseitig ist und damit jedem etwas bietet, um zu gewinnen oder um einen vor neue Herausforderungen zu stellen. Ebenso das Vertrauen in den Partner, der höfliche Umgang miteinander und Rücksichtnahme. Und wer hatte noch nicht einmal den Drang zum Raufen verspürt? Durch die Regeln ist es im Judo möglich diesem Drang nachzugehen mit der Gewissheit, dass die Sicherheit garantiert ist.

Im sportlichen Wettkampf gilt ein Gegner als besiegt, wenn man ihn durch einen Wurf auf den Rücken geworfen hat oder durch eine Haltetechnik mindestens 25 Sekunden lang am Boden hält oder durch Hebel- oder Würgetechnik zur Aufgabe zwingt. Dabei sollten Fairness, Respekt, die Höflichkeit und die strikte Beachtung der Gesundheit immer im Vordergrund stehen und Beachtung finden.

Ein Sport für Jung und Alt

Judo eignet sich speziell für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, um ihnen Respekt und Disziplin zu vermitteln, ohne sie in ihrem Bewegungsdrang zu hindern. Sowohl für den jungen kampfesmutigen Sportler als auch für „Senioren“ ist Judo eine Sportart, die man in jedem Alter und auf seine ganz eigene Art betreiben kann. Sogar als therapeutisches Training wird es eingesetzt, denkt man das sogenannte Feldenkrais-Judo des israelischen Orthopäden Moshe Feldenkrais. Einige Judoka betreiben diesen Sport noch mit über 80 Jahren („Opa Schütte“).

Das Prinzip von Judo

Das (Judo-Wurf-)Prinzip möchten wir anhand eines Beispiels erklären:
Das Gleichgewicht eines Menschen basiert grundsätzlich auf dem Umstand, dass er sich aufrecht fortbewegt, d. h. immer dann, wenn sich der überwiegende Teil der Körpermaße (des Rumpfes) über der Standfläche befindet ist der Mensch im Gleichgewicht (natürlich ist man in liegender Position immer im Gleichgewicht). Will der Mensch sich in eine Richtung bewegen, muss er sich dazu selbst zunächst durch Neigung des Körpers in die gewünschte Richtung aus dem Gleichgewicht bewegen, um sich sodann mit einem Schritt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Fortführung dieser Abfolge ist ein sich- Fortbewegen in Form von Gehen oder Laufen.

Mehr oder weniger Dynamik, mehr oder weniger Schnelligkeit, mehr oder weniger Masse. All das sind Punkte, die bei der Bewegung eine Rolle spielen. Dies alles lernt der Judoka – verbunden mit der Kenntnis um die Hebelgesetze und weitere meist physikalische Grundsätze – für seinen sportlichen Erfolg zu nutzen. Die Intelligenz des Kampfes, die Finesse macht dann einen guten Wettkämpfer aus.

Nicht nur Wettkampfsport

Aber nicht nur das Wettkampfjudo ist interessant, sondern der Spaß an der geschmeidigen Bewegung, die Harmonie und Freude an gelungenen filigranen Techniken; die Harmonie, die sich aus dem Zusammenwirken mit einem gleichgesinnten Übungspartner ergibt, macht ebenso viel Spaß. Nicht zuletzt die Perfektion, die sich in sogenannten Katas anschaulich demonstrieren lässt, ist auch für den Judo-Laien ein echtes „Schmankerl“.
Gerade die Katas zu höheren DAN-Graden (Meistergraden) zeigen noch sehr deutlich den Ursprung des Judo aus den jahrhundertealten Kampfkünsten.

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